Ich kenne das Kau-Thema nicht nur aus der Kita, sondern auch von Zuhause. Meine Tochter zerlegt jeden Zettel in ihrer Kleidung. Egal ob Waschlabel, kleines Etikett oder Aufnäher, alles landet irgendwann zwischen ihren Fingern oder im Mund. Nägelkauen gehört genauso zu unserem Alltag. Mal nur ein bisschen, mal so viel, dass ich daneben sitze und denke: Das ist jetzt aber ganz schön viel.
Vielleicht kennst du das auch. Dein Kind sitzt konzentriert am Tisch und plötzlich fehlt die halbe Stiftkappe. Der Jackenzipper ist wieder nass und ausgelutscht. Der Pulli hat schon den dritten ausgefransten Zipfel.
Genau deshalb habe ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigt. Warum kauen Kinder an Dingen. Welche Signale sendet der Körper. Und welche Alternativen helfen wirklich.
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Was du nicht vergessen darfst
Viele Kau-Verhaltensweisen sind altersgemäß.
Babys und Kleinkinder entdecken die Welt über den Mund. Vorschulkinder regulieren damit Spannung oder Langeweile. Grundschulkinder nutzen Kauen oft unbewusst, um sich zu konzentrieren.
Du musst nicht jedes Verhalten sofort stoppen.
Manchmal reicht es, Ruhe zu bewahren, hinzuschauen und das Verhalten einzuordnen.
Entscheidend ist nicht, dass ein Kind kaut, sondern wie, wann und ob Probleme entstehen.
Solange keine Verletzungen, starke Einschränkungen oder Sorgen da sind, gehört vieles zur normalen Entwicklung.
Wann du Unterstützung holen solltest
Sollten dir bestimmte Situationen wirklich Bauchschmerzen machen, bleib nicht allein damit.
Du wendest dich an Kinderärztinnen, Erzieherinnen oder eine Erziehungsberatungsstelle. Keine Angst, genau dafür sind sie da.
Sie schauen neutral auf dein Kind, ordnen das Verhalten ein und geben dir Sicherheit, ob alles im Rahmen liegt oder ob zusätzliche Unterstützung sinnvoll ist.
Was passiert beim Kauen im Körper
Kauen aktiviert den Kiefermuskel. Dieser Muskel sendet starke Wahrnehmungsreize an das Nervensystem.
Das wirkt:
• beruhigend
• spannungsabbauend
• regulierend
• fokussierend
Viele Kinder greifen deshalb automatisch zu Dingen, die im Alltag verfügbar sind.
Warum Kinder auf Dingen kauen
1. Konzentration und Denken
Kauen hilft einigen Kindern, sich zu fokussieren. Besonders beim Malen, Basteln oder Hausaufgaben.
2. Stress, Unruhe oder Überforderung
Der Körper sucht schnellen, intensiven Input. Kauen entspannt sofort.
3. Regulation des Nervensystems
Kinder mit hohem Wahrnehmungsbedarf nutzen den Mundbereich zur Selbstregulation.
4. Langeweile oder Gewohnheit
Der Körper fordert Reize ein, wenn wenig los ist.
5. Zahnen oder Druck im Kiefer
Bei jüngeren Kindern völlig normal.
6. Suche nach Reizinput
Der Mundbereich ist eines der stärksten Sinneszentren.
Fragen, die dir helfen, das Verhalten besser zu verstehen
• Wann genau passiert es
• Was landet im Mund
• Wie oft tritt es auf
• Was passiert davor und danach
• Gibt es gerade Stress oder Veränderungen
• Entstehen Schäden oder Verletzungen
• Stört es dein Kind oder nur Erwachsene
Was deinem Kind wirklich hilft
1. Orale Alternativen mit ähnlichem Reiz
• Kauketten
• Kauarmbänder
• Stiftaufsätze zum Kauen
• Beißringe in verschiedenen Härtegraden
• Knackige Snacks (wie Cracker, Möhre, Reiswaffeln)
Du achtest auf Qualität, Schadstofffreiheit und passende Härtegrade.
2. Tiefe Sinnesreize für den Körper
• leichter Rucksack
• Therapieknete
• Igelball-Rollmassagen
• Sitzkissen
• drücken gegen die Wand
• Kissen tragen
Diese Reize beruhigen das Nervensystem und reduzieren Kauverhalten automatisch.
3. Bewegung für schnelle Regulation
• Schaukeln
• Hüpfspiele
• Mini-Trampolin
• Wettrennen
• Tierbewegungen
• Schwimmen
Bewegung bringt Ordnung ins System.
4. Reize speziell für den Mundbereich
• dickflüssige Getränke durch Strohhalme
• Seifenblasen
• Pusteübungen
• Pfeifen
• elektrische Zahnbürste für sanfte Vibration
Gleicher Effekt, weniger kaputte Kleidung.
5. DIY-Kauspielebox für Zuhause und Kita
Minikiste für sofortige Regulation
Du packst hinein:
• Beißring
• Strohhalmbecher
• kleine Knetkugel
• Pustestift
• Igelball
• knackiger Snack
Dein Kind wählt selbst, was gerade guttut.
6. Rückzug und Entspannung
• Höhle
• Zelt
• Licht gedimmt
• Decke über dem Stuhl
• Musik über Kopfhörer
Hilft sofort bei Überlastung.
✨ KI-Prompt
Du bist mein kindgerechter Kau-Verhalten-Analyst.
Stelle mir die Fragen nacheinander:
1. Wie alt ist mein Kind
2. In welchen Situationen kaut es auf Dingen
3. Was landet im Mund
4. Wie häufig passiert es
5. Welche sensorischen Vorlieben oder Empfindlichkeiten zeigt mein Kind
6. Welche Probleme entstehen im Alltag
Wenn ich geantwortet habe, erstelle:
• eine klare Einschätzung der Bedürfnisse
• eine kurze Erklärung, was das Kind regulieren möchte
• 10 konkrete Alternativen, die sofort funktionieren
• kurze Begründungen zu jeder Alternative
• Hinweise, wann wir genauer hinschauen sollten
Du beobachtest dein Kind aufmerksam. Du gibst ihm Alternativen, die wirklich helfen. Und du bleibst gelassen, auch wenn manches Verhalten auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt. Viele Kinder nutzen Kauen als Regulation, Selbstberuhigung oder Konzentrationshilfe. Mit Wissen, Ruhe und passenden Werkzeugen wird der Alltag leichter. Du machst das gut.
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